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Highfield 2016 – Einmal Urlaub fürs Gehirn, bitte!

posted by Mimi 4. September 2016 0 comments
Highfield 2016 - Bühne

Lange Nächte und noch längere Tage. Das einzige, was zu kurz kommt, ist der Schlaf. Doch das macht nichts. Denn unter Gefühlen der Euphorie und purer Lebensfreude bleibt der Geist ohne weiteres wach. Festivals wirken wie Dopamin. Und sie sind wortwörtlich „Urlaub fürs Gehirn“, wie es K.I.Z. ausdrücken würden.

So war es auch auf dem Highfield 2016. Meine WG und ich haben uns auf einen sechstägigen Kurzurlaub begeben. Mit einem Wohnmobil sind wir nach Leipzig gefahren und haben uns am ersten Tag die Stadt angeschaut. Von Donnerstag bis Montag waren wir anschließend auf dem Highfield. Fünf Tage, die mir vorkamen wie ein einziger Tag. Denn die Grenzen zwischen Traum und Realität verschwimmen gerne, wenn man viel erlebt hat.

Shisharauchen aus der Kaffeekanne, in Bollerwägen zur Bühne trampen, um 8 Uhr morgens das erste lauwarme Bier trinken und ein deftiges Weißwurst-Frühstück, während aus den Boxen „Nachtbaden“ von Madsen dröhnt. Nur wir übertünchen die Musik mit unserem Gegröle. „Hättest Du nicht Luuuust, mit mir den Abend zu verbringen? Gegen den Frust, wir könnten Nachtbaden gehen!“

Highfield 2016 - Riesenrad

Baden sind wir tatsächlich gegangen. Leider nicht nachts, dafür am frühen Mittag. Aber wie Outlaws fühlen wir uns trotzdem, als wir mit den halb verstrahlten, aber mindestens genauso glücklichen Festivalgästen gemeinsam das Lied „Auf den Straßen nach Berlin“ anstimmen. Im normalen Alltag wäre das kaum passiert, denn das gehört eigentlich nicht zu meinem Stil. Aber hier? Hier ist so etwas einfach angebracht – und zugegebenermaßen so niveaulos, dass es schon wieder stilvoll ist.

Die Hälfte der Bands haben wir verpasst. Haftbefehl? Annemaykantereit? Monsters of Liedermaching? Genetikk? Fehlanzeige. Wahrscheinlich haben wir während unsere Lieblingskünstler gespielt haben irgendwo in der Sonne zwischen Konfetti und hohen Biertürmen gelegen und uns einfach treiben lassen. Oh, es ist schon 13 Uhr – Zeit fürs nächste Bier und eine kalte Dose Ravioli. Aber irgendwie gehört das auch einfach zu einem Festival zu.

Was ich an Festivals besonders liebe, ist das Gefühl der Freiheit und der Leichtigkeit. Wie leicht es fällt, Alltagssorgen für einen langen Moment zu begraben und einfach im Hier und Jetzt zu leben. Mal loszulassen und frei zu sein, Dinge zu erleben, die im Alltag womöglich nie passiert wären. Alles unter der Regel: Was auf dem Highfield passiert, bleibt auf dem Highfield.

Das Festival klingt immer noch gelegentlich in Form von Madsen-Liedern und Erinnerungs-Flash-Backs nach. Manchmal müssen wir laut lachen, wenn uns wieder ein kurzer Moment einfällt, den wir längst vergessen geglaubt haben. Oder wir plötzlich in unserer Highfield-Sprache reden, wo jeder Satz mit „Ob Du…“ anfängt und mit „Du Huän“ aufhört. Und manchmal schlägt auch eine leichte Post-Festival-Depression zu; vermutlich die schönste Art der Depression. Highfield 2016, es war wunderbar. Doch allmählich findet man sich wieder in den Alltag zurück. Und der ist auch schön.

In diesem Sinne: Bis nächstes Jahr, Highfield. Das Bier steht schon kalt. ;)

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